Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, wenn Leute sehen, wie viel ich abgenommen habe, mittlerweile schon an die 35 Kilo – und das ungefähr in einem Jahr. Das ist weit mehr, als ich ursprünglich erwartet hatte.

Die Antwort auf die Frage habe ich hier auf der Seite schon mehrmals gegeben: Es sind die vier Regeln von »Ich mach dich schlank« und die CDs. Vielen Leuten erscheint das unglaublich, aber so ist es. Man braucht keine Diät, man muss nicht Kalorien zählen, man muss weder auf Kohlenhydrate noch auf Fett verzichten. Man isst alles, worauf man Lust hat.

Aber genau in dieser Lust liegt der Hund begraben, wenn man so will. Worauf hat man Lust? Für viele bedeutet Lust am Essen nur die Lust auf das Falsche, nämlich Süßigkeiten, Pizza, süße Getränke. Nun gibt es bei NatS kein »richtig« und »falsch«, kein »verboten« oder »erlaubt«. Man darf also auf alles Lust haben, und es ist immer richtig.

Es gibt tatsächlich Leute, die mich fragen, ob ich eine Liste hätte, auf der steht, was man essen darf und was nicht. Dann muss ich immer lachen. Ja, das ist so das übliche Diätdenken. Man kann nur abnehmen, wenn man auf Dinge verzichtet. Man kann nur abnehmen, wenn man »nach Plan« isst.

Lange, lange Jahre hat man uns das eingeredet, und die meisten Übergewichtigen glauben das. Besser wäre, wir würden es nicht glauben. Denn so eine Art abzunehmen, jede Diät, ist ein Kampf gegen uns selbst. Dabei können wir sehr gut abnehmen, ohne all das zu beachten. Besser sogar, weil es keinen Stress beim Abnehmen gibt, keine Verbote.

Als ich mit dem Abnehmen nach Natürlich schlank anfing, war der erste Schritt der, auf meinen Hunger zu warten. In den Jahren zuvor hatte ich den ganzen Tag über gegessen, ein Hungergefühl kannte ich eigentlich gar nicht mehr. Nur wenn ich außer Haus unterwegs war und keine Gelegenheit zum Essen hatte, kam es manchmal noch auf. Und meistens wurde ich dann sehr gereizt. Meine Frau verdrehte schon immer die Augen, wenn sie merkte, dass ich Hunger hatte, oder wenn ich den bedrohlichen Satz äußerte: »Ich muss jetzt was essen!«

Es war tatsächlich nicht nur eine Ankündigung, sondern eine Drohung, obwohl ich es nicht so meinte. Dennoch konnte ich es nicht verhindern: Ich wurde ungenießbar. Je länger ich auf die Befriedigung meines Hungergefühls warten musste, desto ungenießbarer wurde ich. Erst das Zuführen von Nahrung – und meistens war es genau das, was ich oben aufgezählt habe, nämlich Pizza, Pasta oder Kuchen – machte mich glücklich. Ich wurde wieder zu dem netten, umgänglichen Menschen, der ich eigentlich bin. innocent

Deshalb machte meine Ankündigung, auf meinen Hunger warten zu wollen, meine Frau misstrauisch, geradezu ängstlich. Sie wusste ja, was normalerweise passierte, wenn ich Hunger hatte, und das zu erleben wollte sie möglichst vermeiden. Sie hatte sogar die Befürchtung, sie würde dann wohl aus unserer gemeinsamen Bleibe ausziehen müssen. Sehr verständlich angesichts ihrer Erfahrungen.

So war sie dann sehr überrascht, als diese meine bekannte Reaktion ausblieb. Zwar warf sie mir durchaus argwöhnische Blicke zu, wenn ihr wieder einmal bewusst wurde, dass ich an diesem Tag immer noch nichts gegessen hatte, aber musste jedes Mal erstaunt feststellen, dass ich bester Laune war.

Ehrlich gesagt war ich selbst nicht weniger erstaunt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich so lange auf meinen Hunger würde warten müssen. Ich hatte morgens wie immer meinen Cappuccino getrunken, der bei mir sehr viel Milch enthält, von der man natürlich auch ein bisschen satt wird, aber nicht stundenlang. Wie ebenfalls üblich stellte das mein ganzes Frühstück dar, weil ich auch unter normalen Umständen morgens nie Hunger habe.

Der Hunger kam dann aber schon nach einer Weile, und dann musste ich etwas essen, dieses gefürchtete »Ich muss jetzt was essen!« begann. Ich wurde gereizt, nervös, ungeduldig und manchmal auch ungerecht, bis ich etwas gegessen hatte. Und dann hörte ich mit dem Essen nicht mehr auf ...

Das Leben einer Schriftstellerin ist leider essenstechnisch sehr gefährlich. Ich arbeite zu Hause, es sind nur ein paar Schritte von meinem Arbeitszimmer bis zur Küche, der Aufwand, etwas in meinen Magen zu befördern, ist also ausgesprochen gering. Dazu kommt, dass meine Cappuccino-Maschine in der Küche steht und Cappuccino sozusagen mein Grundnahrungsmittel ist. Ich trinke mehrere davon am Tag, und jedes Mal, wenn ich die Küche betrat, um mir einen Cappuccino zu machen, suchte ich nach etwas zu essen.

Nicht dass ich jedes Mal Hunger gehabt hätte, aber es war eben eine eingefahrene Gewohnheit. Bei uns gibt es keine festen Essenszeiten, meine Frau arbeitet auch zu Hause, und wenn sie mitten in der Arbeit steckt, interessiert sie Essen einfach nicht. Ebenso ist es bei mir, wenn ich schreibe. Wenn wir dann jeweils mit der Arbeit aufhören oder gerade mal eine schöpferische Pause einlegen, da wir ja beide kreativ tätig sind, setzen wir uns nicht zusammen an den Tisch oder fangen erst einmal an zu kochen, sondern wollen sofort etwas essen.

Meine Frau ist da nicht besser als ich. Ihr fällt immer erst ein, dass sie Hunger hat, wenn sie schon fast umfällt, und dann möchte sie nicht lange bis zum Essen warten oder noch viel vorbereiten. Sie war jedoch immer schlank und wird auch nicht grantig, wenn sie nichts zu essen bekommt. Meistens begnügt sie sich dann mit ein paar Nüssen oder einem Stück Kuchen, manchmal auch mit einem belegten Brot. Sie legt nicht sehr viel Wert auf Essen, es ist für sie nur Nahrungsaufnahme.

Für mich natürlich auch, aber für mich kommt schon der Genuss dazu. Essen ist immer ein sehr wichtiger Teil meines Lebens gewesen, und ich möchte nicht einfach nur Nährstoffe oder Kalorien aufnehmen, sondern ich möchte mich wohlfühlen beim Essen, möchte den Geschmack in mich aufnehmen, wie man auch den Duft einer Rose in sich aufnimmt.

Obwohl das so ist, war Essen in der Zeit vor Natürlich schlank oftmals kein Genuss mehr für mich. Eben weil ich mich daran gewöhnt hatte, immer zu essen, weil ich aus Langeweile oder Gewohnheit aß oder weil mir beim Schreiben gerade nichts einfiel oder weil ich mich generell unwohl fühlte.

Oftmals fühlt man sich ja besser, wenn man dann etwas isst, wenn man aber permanent isst, bleibt die so wohltuende Wirkung des Serotonins, um die es dabei geht, irgendwann aus. Man erwartet, dass es einem nach dem Essen besser geht, weil das früher oft so war, aber es passiert nicht. Man fühlt sich genauso schlecht wie vorher – oder sogar noch schlechter, weil man nun 1000 Kalorien mehr im Bauch hat, die man wirklich nicht gebraucht hätte und die eventuell sogar noch unangenehm auf den Magen drücken.

Deshalb war das Warten auf den Hunger an diesem ersten Tag von Natürlich schlank für mich wie eine Befreiung. Obwohl ich noch kein Gramm abgenommen hatte, fühlte ich mich auf einmal leicht wie ein Vogel, der das Fliegen entdeckt, wie ein Süchtiger, der merkt, dass er auch ohne seine Droge auskommt und ihr nicht mehr hinterherlaufen muss, nicht alles dafür tun muss.

Ich habe Essen nie als Droge betrachtet und meine Reaktion nie als Sucht, aber wenn man meine Frau fragt, würde sie wohl bestätigen, dass mein Verhalten im »Hungermodus« nicht weit davon entfernt war.

Es ist mir peinlich, das hinzuschreiben, aber ich denke, es ist sehr wichtig, sich darüber klarzuwerden, was für eine große Bedeutung Essen für uns bekommen kann. Wir sind nicht umsonst dick geworden. Ein Mensch wie meine Frau wird nicht dick, obwohl sie isst, was sie will.

Irgendwann an diesem ersten Tag bekam ich dann doch Hunger, und da trat die zweite Regel in Kraft: nur das zu essen, worauf man Appetit hat.

Das ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Noch am Tag davor hätte ich mir vielleicht ohne darüber nachzudenken eine Tiefkühlpizza aus dem Kühlfach geholt oder etwas in viel Fett in der Pfanne gebraten, ein paar Spaghetti ins Wasser geworfen und sie mit Butter und Parmesan gegessen, nun aber überlegte ich, worauf ich wirklich Appetit hatte, und siehe da: Es war ein Vollkornbrot mit Käse.

So ein kleines, fast winziges Vollkornbrot, 50 Gramm, und eine dünne Scheibe Käse, 30 Gramm, sieht wahrlich nicht nach viel aus. Und trotzdem habe ich es nicht geschafft. Ich nahm einen Bissen und gleich ganz automatisch noch einen zweiten, aber da fiel mir ein, wie die dritte Regel lautet: Langsam, bewusst und mit Genuss essen.

Also legte ich das Brot zur Seite und unterhielt mich mit meiner Frau, weil wir zufällig gerade gemeinsam auf der Terrasse saßen. Wir wechselten ein paar Sätze, und ich griff wieder nach dem Brot, führte es zum Mund ... und legte es erneut zurück.

Nun erfasste mich Erstaunen. Ich sah meine Frau an, wieder das Brot, wieder meine Frau. Sie hatte noch nichts bemerkt.

»Ich bin satt«, sagte ich.
Sie stutzte und fragte: »Was hast du denn gegessen?«
»Das hier.« Ich hielt das Brot hoch. »Das, was da fehlt.«
Ihre Augenbrauen hoben sich ungläubig. »Sonst nichts?«
»Zwei Cappuccino.«
»Das tust du ja immer.« Sie winkte ab. »Und du kannst das jetzt nicht aufessen?«
»Nein«, sagte ich. »Kann ich nicht. Ich bin satt.«
»Aber das ist doch nicht viel.« Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen.
Ich zuckte die Schultern. »Nein, aber ich kann beim besten Willen nicht.«

Als sich daran nach einer Weile immer noch nichts geändert hatte, packte ich das Brot in den Kühlschrank. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas je in meinem Leben getan zu haben. Ich konnte immer alles aufessen, wenn ich das wollte, auch wenn ich satt war.

Aber hier hatte nun die vierte Regel gegriffen: Hör auf, wenn du satt bist.

Ich hatte das nicht gewollt, auch nicht daran gedacht, mein Körper hatte einfach zugeschlagen. Als ob ich einen Schalter umgelegt hätte.

Die Hilfe, um diesen Schalter umzulegen, war von der »Ich mach dich schlank«-CD von Paul McKenna gekommen, die ich am Abend zuvor zum Einschlafen gehört hatte. Ich hatte nicht viel davon gehört, denn ich war sehr schnell eingeschlafen, aber die Worte wirken auch dann noch aufs Unterbewusstsein, und so hatte mein Körper sich glücklich und zufrieden auf Natürlich schlank umgestellt, ohne mich zu fragen.

Ab diesem ersten Tag haben die vier Regeln mich ganz unbewusst begleitet, und ich verlor Kilo um Kilo, konnte im Spiegel richtig zusehen, wie ich dahinschmolz. Bald waren mir alle Hosen zu groß, und ich musste neue kaufen.

Ich habe keine Kalorien gezählt, mir nichts verboten, aber ich merkte, dass mein Geschmack sich veränderte. Ich hatte plötzlich wieder Lust, richtig zu kochen, kaufte Gemüse, machte Aufläufe – die ich sehr liebe, aber die mir lange Zeit zu viel Aufwand gewesen waren – oder ernährte mich auch mal nur von Käsebrot, wenn ich nicht zum Kochen kam, aß mal ein Eis, ein Stück Kuchen, hatte aber keinen Heißhunger darauf.

Am Ende des ersten Monats – schon sehr viel schlanker – hatte ich das erste Mal wieder Lust auf Pizza.

Meine Frau und ich gingen zu unserem Lieblingsitaliener, der uns mit »Lange nicht gesehen!« etwas vorwurfsvoll begrüßte. 

Wir bestellten uns jede eine Pizza und gemeinsam einen Salat. Wie früher.

Obwohl ich mein Leben lang kein Salatfan war, begann ich damit. Er zog mich richtig an. Der frische Geschmack, die leckere Soße unseres Italieners ... Dann kam die Pizza, und ich nahm das erste Stück.

Den Rest kann man sich glaube ich schon denken. Der Salat wurde zwar noch von meiner Frau und mir verputzt, sie aß auch ihre Pizza, aber meine musste ich zu einem großen Teil nach Hause mitnehmen. Ich hatte gerade mal ein Viertel davon geschafft, dann war ich so satt, dass ich nicht mehr weiteressen konnte.

Die Pizza war trotzdem lecker, und ich habe sie mir jederzeit wieder gegönnt, wenn ich Lust darauf hatte. Aber da ich wesentlich weniger davon aß, beeinträchtigte sie meinen Abnehmerfolg nicht, der in den nächsten Monaten immer sichtbarer wurde.

Ich hatte nie damit gerechnet, dass ich noch einmal in meinem Leben schlank werden würde, aber es ist wahr geworden.

Ohne Mühe, ohne Diät, ohne auch nur auf das geringste zu verzichten.

Ich bin sehr dankbar, dass ich auf Natürlich schlank gestoßen bin, auch wenn ich am Anfang skeptisch war.

Es hat mein Leben verändert.

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