Ich hatte ja weiter unten schon mal etwas über die Energiedichte geschrieben: Energiedichte = Energie und dichten? Als ich das erste Mal über die Energiedichte stolperte, fand ich das etwas lustig. Denn es ist ja nichts Neues. Die Energiedichte spiegelt nur die Kalorien pro 100 Gramm wider, und das kennen wir ja alles schon aus Kalorientabellen. Also doch wieder die alte Leier: Kalorien zählen?

Nun ja, eins muss man natürlich sagen: Selbst wenn wir die Kalorien nicht zählen, unser Körper tut es. Bekommt er zu viele davon, nimmt er zu. Bekommt er weniger, als er verbraucht, nimmt er ab. Da können einem noch so viele Wunderkuren versprochen werden, bei denen dieses Prinzip angeblich auf den Kopf gestellt werden soll, das ist alles nur Augenwischerei. Zum Schluss bleibt es dabei: Nicht mehr essen, als man verbraucht. Und zum Abnehmen muss man eben weniger essen. Wie man das macht, das ist allerdings ziemlich unterschiedlich.

Denn weniger essen bedeutet nicht: weniger Menge essen. Das Weniger bezieht sich lediglich auf die Energie, die man dem Körper zuführt, das, was der Körper entweder verbrennen oder einlagern kann. Das alte Prinzip FDH war gestern, denn darunter verstand man tatsächlich: einfach weniger von allem essen, was man normalerweise isst, ohne etwas an den Essgewohnheiten zu ändern. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen. Wenn ich es gewohnt bin, Lebensmittel zu essen, die auf 100g sehr viele Kalorien enthalten, schrumpft die Menge dessen, was ich essen darf, nämlich gewaltig. Und das bedeutet: Hunger, Hunger, Hunger.

Da wir uns hier nicht bei den Hunger Games befinden, kommt das für uns nicht in Frage. Wir wollen satt sein beim Abnehmen. Für uns gilt das neue FDH: mehr essen an Menge, aber weniger an Kalorien.

Unser Magen ist ziemlich dumm. Er zählt keine Kalorien, er beobachtet nur seine eigene Dehnung. Ein ausgedehnter Magen bedeutet: Ich bin satt. Ein Magen, der sich zusammengezogen hat, weil er nichts enthält, bedeutet: Ich bin hungrig. Wir alle kennen das Gefühl, wenn wir zu viel gegessen haben: es ist ein unangenehmes Völlegefühl, eine Spannung, und manchmal, wenn wir mehr gefressen als gegessen haben, das Gefühl, dass wir gleich platzen.

Diese Idee wird bei Magenballons ausgenutzt, denn da wird der Magen künstlich gefüllt und damit gedehnt, aber ohne, dass er wirklich etwas Verwertbares enthält. Dennoch kann man nicht so viel essen, weil der Magen ja bereits durch den Ballon voll ist, und somit nimmt man ab. Nur ... so ein Ballon ist nichts Natürliches. Er bewirkt bei vielen Leuten allergische Reaktionen, gesundheitliche Probleme. Dasselbe gilt für den Magenbypass oder den verkleinerten Magen, indem man einfach ein Stück davon abbindet, so dass es nicht mehr zur Verfügung steht. Im Grunde ist es möglich, so abzunehmen, aber welche Komplikationen dabei auftreten, kann man im Voraus nie sagen. Das kann recht übel enden.

Gut, bei manchen Leuten funktioniert es, und sie nehmen ab, aber währenddessen lernen sie nicht, wie man richtig isst. Wie man den Magen füllt, ohne die Fettdepots zu füllen. Was dann oft zur Folge hat, dass sie wieder zunehmen, sobald das Hilfsmittel entfernt ist oder sobald sich der verkleinerte Magen wieder zu dehnen beginnt. Denn er kann das. Allerdings eventuell mit fatalen Folgen, denn so wird der Magen nicht nur gedehnt, sondern überdehnt. Und man kann sich vorstellen, dass etwas, das ständig überdehnt wird, auch einmal reißt. Außerdem werden die normalen Magenfunktionen beeinflusst, denn es steht weniger Magensäure zur Verfügung. Eben nur ausreichend für den verkleinerten Magen, aber nicht für die Mengen an Lebensmitteln, die der alte, große Magen verkraften konnte. Probleme über Probleme tun sich auf.

Warum also nicht die natürliche, die normale Dehnung des Magens nutzen, ohne ihn zu überdehnen oder sich sonstige medizinische Probleme einzuhandeln? Ganz zu schweigen von einer Operation und deren Komplikationen, die immer folgen können?

Wenn man sich natürlich schlank ernährt, kann es sein, dass das automatisch funktioniert. Ich höre auf meinen Körper. Mein Körper sagt mir, er will Gemüse. Also esse ich Gemüse. Und ich nehme ab. Mein Körper liebt Smoothies, also kaufe ich mir einen ordentlichen Mixer, und statt Toast und Croissant zum Frühstück gibt es einen Smoothie. Nach einer Weile habe ich gar keine Lust mehr auf sehr Fettes oder sehr Süßes, dadurch ernähre ich mich gesünder und kalorienärmer, ohne dass ich darauf achten muss. Logischerweiser purzeln da die Kilos von selbst.

So war es bei mir, und das ist die einfachste Sache der Welt. Aber leider, leider funktioniert das nicht bei jedem so. Es gibt zum Beispiel Leute, die Gemüse einfach nicht ausstehen können. Ihr Körper verlangt nie danach. Dafür verlangt er – vermeintlich – nach einer fetten Schweinshaxe oder nach Sahnetorte. Wir haben ihn so »umerzogen«, dass er uns falsche Signale schickt. Wenn wir auf diese Signale hören, werden wir nie abnehmen, eher das Gegenteil.

Da muss man dann doch ein paar kleine Tricks anwenden, um den Körper in einer Weise »zurückumzuerziehen«, dass er uns nicht mehr ständig sabotiert. Und das geht ohne viel Aufwand über die Energiedichte. Schweinshaxe? Bitteschön. Aber vorher einen großen Salat, eine Menge Suppe, und dazu eine Menge Gemüse. Auf die Schweinshaxe muss ich nicht verzichten, aber die Energiedichte der gesamten Mahlzeit sollte nicht über 1,5 liegen.

Dasselbe bei Sahnetorte oder anderen süßen Sachen. Ein Stückchen Torte? Jederzeit. Aber davor erst einmal einen großen Smoothie mit Äpfeln, Bananen, Pflaumen und eventuell auch Milch, wenn man das mag. Vielleicht auch ein paar Haferflocken. Bis der Magen halbwegs gefüllt ist. Und dann kann man sein Stückchen Torte essen. Das aber vermutlich sehr viel kleiner ausfallen wird als ursprünglich geplant. So überlistet man sich selbst, ohne sich irgendetwas zu verbieten.

Ich las kürzlich in der Erfolgsgeschichte eines Mannes, der eine Menge abgenommen hat, dass er die deutsche Hausmannskost liebt. Eben die besagte Schweinshaxe, dicke Soßen, viel von all dem, was dick macht. Er hat trotzdem abgenommen. Und wie? Indem er – wie er es ausdrückt – jede seiner Mahlzeiten mit Obst oder Gemüse »streckt«. Auf so eine Ausdrucksweise wäre ich nie gekommen, da ich ja Vegetarierin bin und meine Mahlzeiten ohnehin meist aus Gemüse bestehen. Also mit »strecken« ist da nichts. Ich würde eben einfach nur mehr Gemüse essen.

Für ihn war Gemüse aber vorher fast ein Fremdwort. Und Obst wohl auch. Als er abnehmen wollte, entdeckte er, dass er alles essen kann, wenn er nur Sachen dazu isst, die den Magen füllen, aber nicht viel Energie enthalten. Er nannte es nicht so, aber was er entdeckt hat, ist das Energiedichteprinzip. Mengenmäßig hat er genauso viel gegessen wie vorher, vielleicht sogar mehr, aber kalorienmäßig war es weniger. Dennoch musste er auf nichts verzichten.

Das ist alles, worum es geht. Jede Mahlzeit mit Obst oder Gemüse »strecken« – und alles wird gut. laughing

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