Das größte Problem des 21. Jahrhunderts wird das Übergewicht sein, las ich kürzlich in einem Bericht über das Metabolische Syndrom, das die vier Symptome zusammenfasst, die meistens zu einem frühen Tod führen. Auf jeden Fall aber zu einem oft sehr beschwerlichen Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, da eines der vier Symptome massives Übergewicht ist. Die anderen drei sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Insulinresistenz.

Wenn alle vier Phänomene zusammen auftreten, wird oft auch vom »Tödlichen Quartett« gesprochen. In den Industriestaaten ist dieses Quartett sehr verbreitet, wird fast schon als Normalfall betrachtet. Und nur selten unternimmt eine ganze Stadt den Versuch abzunehmen, wie in Oklahoma: Eine Stadt speckt ab

Dafür unternehmen jedoch viele einzelne Menschen den Versuch abzunehmen, stets und ständig. Am meisten freut sich darüber die Diätindustrie, die gut am Übergewicht verdient. Vor allem verdient die Diätindustrie daran sehr gut, dass Diäten nicht funktionieren. Es werden zwar immer wieder neue Diäten angepriesen, aber wenn Diäten wirken würden, gäbe es keine Diätindustrie mehr.

Ich gehöre ja auch zu den Betroffenen, ich war schon seit meiner Einschulung übergewichtig, weil das drahtige kleine Mädchen, das ich vorher gewesen war, leider plötzlich viel zu viel saß und las und dadurch ein Pfund ums andere ansammelte. Ich wäre sehr gern in einen Sportverein gegangen, aber meine Familie war dagegen, weil das Transportprobleme aufgeworfen hätte. Sie wollten mich nur schützen, ich sollte nicht nach Einbruch der Dunkelheit allein durch die Gegend laufen, aber zum Schluss hat das dann leider mein Übergewicht befördert.

Ich habe immer mal wieder versucht abzunehmen, wie alle Übergewichtigen, aber der Erfolg war leider nie von langer Dauer. Ich esse eben einfach zu gern. Außerdem hat Essen für mich auch die Bedeutung von Wohlfühlen, und wie so viele übergewichtige Menschen esse ich deshalb vor allem auch dann, wenn ich mich unwohl fühle und etwas an diesem Zustand ändern will. Außerdem stört es mich, wenn ich nicht essen kann, was ich will, und da die meisten Diäten darauf beruhen, dass man auf vieles, was gut schmeckt, verzichten muss, waren Diäten nie etwas für mich.

Aber endlos zunehmen will man ja auch nicht, nur noch schnaufend die Treppe raufkommen, bei jeder Anstrengung zusammenbrechen. Also was kann man da tun? Weniger essen und sich mehr bewegen, ist immer so die Devise.

Ich habe mich erst einmal auf meine Essgewohnheiten konzentriert, ohne mich groß um Sport oder Bewegung zu kümmern. Der Sport kam erst später dazu, als ich schon schlanker war. Allerdings habe ich mich ganz automatisch mehr bewegt mit jedem Kilo, das ich verlor, denn Bewegung wurde leichter und leichter. Es machte mir plötzlich Spaß, noch einmal zurück zu laufen und etwas zu holen, das ich vergessen hatte, während ich früher nur gestöhnt und darüber nachgedacht hätte, ob ich denn nicht auch ohne dieses vergessene Teil auskommen könnte.

Dass man sich mehr bewegt, macht gute Laune, man kommt sich einfach lebendiger vor, jünger sogar, aber leider trägt Bewegung nicht viel zum Abnehmen bei. Selbst Sport hat nur einen geringen Einfluss, und auch nur dann, wenn man ihn ziemlich intensiv betreibt. Was ich esse hat hingegen sehr großen Einfluss auf meine Abnahme. Man kann sehr gut ohne Sport abnehmen, nicht aber, ohne etwas an seinem Essverhalten zu ändern.

Also doch wieder Diät, denken jetzt bestimmt viele. Ich hab's ja gewusst.

Aber sich auf seine Essgewohnheiten zu konzentrieren ist nicht dasselbe wie Diät. Diät bedeutet Beschränkung und ist deshalb nichts für mich, wie ich schon sagte, also war das nicht mein Weg. Mein Weg konnte nur Abnehmen ohne Diät sein.

Es kann gar nicht oft genug gesagt werden: Niemand muss Diät machen, um abzunehmen.

Aber wie soll das denn gehen? Man nimmt doch nicht einfach so von selbst ab.

Doch, muss ich da sagen. Das tut man. Nämlich dann, wenn man auf seinen Körper hört. Unser Körper ist das beste Messinstrument. Er sagt uns, was er braucht. Wir haben uns nur einen Großteil unseres Lebens lang geweigert, ihm zuzuhören.

Wenn wir wieder anfangen, auf unseren Körper zu hören, werden wir erstaunliche Veränderungen feststellen. Und das wieder auf den Körper Hören geht ganz einfach mit diesen vier Regeln:

  1. Iss nur, wenn du Hunger hast
  2. Iss genau das, worauf du Appetit hast
  3. Iss langsam, bewusst und mit Genuss
  4. Hör auf, wenn du satt bist

Klingt das nicht einfach? Ist es auch. Und trotzdem kommen bei den meisten Leuten dann gleich so Reaktionen wie: „Das kann ja wohl nicht wahr sein! Wenn ich immer essen würde, worauf ich Appetit habe, würde ich bald platzen. Ich liebe Sahnetorte!“

Das Schöne an dieser Art des Abnehmens ist: Nichts ist verboten, noch nicht einmal Sahnetorte. cool

Ich esse alles, was mir schmeckt. Ich esse es, wann ich will, und ich esse davon so viel, wie ich will. Jeder natürlich schlanke Mensch tut das. Und wird trotzdem nicht dick. Weil unser Körper weiß, wann er aufhören muss, wann er genug hat. Dann schickt er das Sättigungssignal. Wenn wir darauf hören, legen wir in dem Moment die Gabel hin und hören auf zu essen, ganz egal, wie viel noch auf dem Teller ist, oder wir legen das Brötchen zur Seite, das wir angebissen haben, ohne es aufzuessen.

Vielleicht essen wir auch auf, weil wir dann erst satt sind. Das ist genauso gut. Bei Natürlich schlank ist alles erlaubt, solange wir auf die Signale unseres Körpers hören.

Das ist das Geheimnis von Natürlich schlank: Wir selbst sind es.

Wenn man einmal begriffen hat, dass unser Körper gar nichts anderes will als ein normales Gewicht zu haben und uns immer wieder bittet, ihn dabei zu unterstützen, ist man auf dem besten Wege, natürlich schlank zu werden.

Wir müssen uns nicht quälen und kasteien, wir müssen keine Kalorien zählen, müssen nicht mit traurigen Augen auf alles verzichten, was uns schmeckt.

Wir müssen nur auf uns selbst hören.

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