Also ich muss sagen, ich bin jetzt richtig angefressen von Säften. wink Heute habe ich 10 Kilo Orangen und jeweils 3 Kilo Äpfel und Möhren gekauft und noch ein paar Bananen und dies und das, was in der Obstabteilung so rumlag. Das muss ich jetzt entsaften, weil ich das alles niemals aufessen könnte, bevor es schlecht wird. laughing Ich bin überhaupt kein Obsttyp, und trotzdem fasziniert mich das im Moment. Sehr erstaunlich.

Ich glaube, wir brauchen alle immer wieder einmal einen neuen Anstoß, jemanden, der wieder einmal darauf hinweist, was wir eigentlich schon wissen. Natürlich schlank ist ein Lebensstil, der nicht viel Mühe macht, der mit der Zeit ganz selbstverständlich wird, aber auch bei mir hat sich in letzter Zeit so das eine oder andere eingeschlichen, mal eine Pizza, mal ein Stück Kuchen oder auch zwei, ohne dass ich wirklich hungrig war. Ich hatte einfach nur Lust darauf.

Das reicht aber nicht aus. Wenn ich Lust auf etwas habe, sollte ich auch hungrig sein. Mal ausnahmsweise nur aus Lust zu essen – na gut, kein großes Problem. Aber wenn das dann immer öfter vorkommt … dann sollte man darüber nachdenken, mal wieder etwas mehr darauf zu achten, ob man wirklich Hunger hat.

Das sagt Joe Cross dann auch im zweiten Teil seiner Dokumentation »Fat, sick and nearly dead 2«, die er fünf Jahre später gedreht hat als den ersten Teil. Er hatte dasselbe Problem wie viele (wenn wir ehrlich sind, doch eigentlich wir alle, oder?): Das Abnehmen an sich, das Umstellen des Lebensstils, das war schon sehr hart, aber das Schwierigste war dann, das so erkämpfte Gewicht über Jahre auch zu halten, nicht wieder zuzunehmen.

Er hat nach den 60 Tagen Saftfasten sehr viel Sport getrieben und ist auf über 40 Kilo Abnahme gekommen. Da war er sehr fit und schlank, aber dieses Idealgewicht konnte er nicht halten, er hat ungefähr 9 Kilo wieder zugenommen, obwohl er weiterhin Sport treibt, viel Obst und Gemüse isst und auch jeden Monat oder jeden zweiten Monat immer mal wieder ein paar Tage Saftfasten einlegt.

Er ist immer noch schlank, aber an seiner Taille sieht man schon das eine oder andere Pölsterchen. Doch ist er ein vernünftiger Mensch und sagt sich: Ich bin jetzt gesund, insgesamt viel gesünder und fitter als vor den 60 Tagen Saftfasten, als vor fünf Jahren, und diese kleinen Pölsterchen stören mich nicht. Hauptsache, ich nehme nicht auf ein ungesundes Gewicht zu, sondern halte jetzt dieses Gewicht und lebe weiterhin gesund. Und das tut er.

Ich finde, das ist ein gutes Vorbild. Jeder, der schon einmal in einem Abnehmforum war, kennt die Klagen derjenigen mit den kleinen Pölsterchen, die immer wieder auf jede neue Diät hereinfallen, weil sie diese Pölsterchen – die man meistens gar nicht sieht oder nur in einem superknappen Bikini – unbedingt loswerden wollen. Sie machen sich verrückt damit. Und wofür? Für gar nichts.

Dennoch quälen sie ihren Körper mit Diäten, mit Shakes, mit dem Verzicht auf alles, was gut schmeckt und manchmal auch einfach nur gut tut, mit haufenweise Sport und sich selbst mit einem schlechten Gewissen, das sie gar nicht haben müssten, denn sie sind schlank, sie sind normalgewichtig, oft sogar im unteren Bereich des Normalgewichts mit einem BMI von 21 oder 22.

Joe Cross liebt sich selbst, mit und ohne Pölsterchen, das ist der Unterschied. Er hechelt nicht einem sinnlosen Schönheitsideal hinterher, das er nur mit Mühe erreichen und halten könnte. Damit würde er sich sein Leben unnötig erschweren, könnte die großen Erfolge, die er gehabt hat, gar nicht genießen, weil er immer nur an dem herummeckern würde, was vielleicht nicht ganz perfekt ist.

Perfektion gibt es nicht, und wenn man Perfektion anstrebt, hat man von vornherein verloren. Beim Abnehmen auf alle Fälle. Wenn man aber 30 oder 40 Kilo abgenommen hat, ein vernünftiges Gewicht hat, gesünder lebt als vorher, mehr Obst und Gemüse isst, sich mehr bewegt und sich dessen bewusst ist, was man tut, nicht einfach irgendwelches Fast Food oder Junk Food in sich hineinstopft, weil es eben gerade da ist oder weil es so bequem ist, dann sollte man einfach nur stolz auf sich sein.

Auch mein Gewicht schwankt, und manchmal denke ich mir, ich könnte ruhig noch ein paar Kilo abnehmen, aber genauso wie Joe Cross sehe ich in erster Linie den großen Erfolg, den ich gehabt – und gehalten – habe. Ich bin jetzt ein anderer Mensch als vor ein paar Jahren mit 40 Kilo mehr. Der Unterschied ist gewaltig, ich gehe regelmäßig zum Training, ich sehe mich im Spiegel und sehe da noch ein paar Pölsterchen, aber nichts, das ich nicht akzeptieren könnte. Ich kann lange Spaziergänge durchhalten, von denen ich früher noch nicht einmal träumen konnte. Bergauf und bergab geht vieles, das früher für mich unvorstellbar war. Ich wäre zusammengebrochen.

Es gibt immer noch „Baustellen“, wenn man so will, und vermutlich wird es die immer geben. Wenn ich mich darüber aufregen würde, wäre ich dumm. Dann würde ich mich vielleicht auch immer noch in Abnehmforen herumtreiben und nach der einen, einzigen Diät suchen (obwohl ich das eigentilch nie getan habe, und jetzt mit Natürlich schlank hat sich das ja sowieso erledigt. Das ist die eine, einzige Methode) wie die vielen armen Diätgeschädigten mit den fast unsichtbaren Pölsterchen.

Es kommt einem fast so vor, als würden diese Pölsterchen ihr Leben beherrschen., während doch eigentlich sie selbst ihr Leben beherrschen (und genießen) und die Pölsterchen Pölsterchen sein lassen sollten. Wenn die auch bei einer gesunden und natürlich schlanken Lebensweise nicht weggehen wollen, dann ist es eben so. Dann gehören sie zu mir wie mein Haar oder meine Finger. Kein Grund, sich ständig damit zu beschäftigen, nur weil sie da sind.

In der Hinsicht ist Joe Cross wirklich eine große Inspiration. Und Säfte kann jeder in seinen Alltag integrieren, mehr Gemüse und Obst sowieso. Aber gerade Säfte sind eine supereinfache Art, sich eine Menge Nährstoffe zuzuführen, ohne viele Kalorien zu sich zu nehmen, immer satt und glücklich zu sein oder auch mal die Gelüste nach einem Stück Kuchen zu ersetzen.

Heute morgen habe ich mir einen Saft gemacht, insgesamt so ca. ein halber Liter, und ich fühle mich, als hätte ich meine Energiezellen aufgeladen. Abgesehen davon war ich davon den ganzen Vormittag über satt, sogar noch in den Nachmittag hinein.

Wenn man sehr große persönliche Probleme hat wie Phil aus der Dokumentation, dann kann es natürlich auch zu einem Rückschlag kommen, aber selbst dann kann man wieder auf den Zug aufspringen, wie man am Ende des zweiten Teils sieht.