Allgemeines

Befreiung vom Diätwahn, Teil 2

Niemand wusste damals etwas darüber, wie man zu- oder abnahm. Es war ein Teil des Lebens, der einfach so akzeptiert wurde. Normalerweise waren junge Menschen schlank und ältere nicht mehr so, aber darüber machte man sich keine Gedanken.

Es gab auch einige – sehr wenige – pummlige Kinder und dünne ältere Menschen. Aber das nahm man eben so hin. Diäten waren kein Thema, Abnehmen war kein Thema (der letzte Krieg, in dem man zwangsweise hatte hungern müssen, lag noch nicht lange zurück, und man musste sich seine Polster erst einmal wieder anfuttern, um eventuell den nächsten Krieg überstehen zu können).

Dünnsein oder Dicksein war ein Teil der Persönlichkeit. Es wurde wahrgenommen wie blonde oder dunkle Haare, wie die Körpergröße, auf die man ja auch keinen Einfluss hat.

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Befreiung vom Diätwahn, Teil 1

Ich habe dieses Video von dem sympathischen Dr. Everke aus Konstanz gefunden – Konstanz ist mir ohnehin sympathisch, weil ich dort einige sehr glückliche Jahre verbracht habe wink –, der die Unsinnigkeit von Diäten begründet.

Das einzige, wovon er offensichtlich nicht die geringste Ahnung hat, ist Kurzzeitfasten bzw. Intermittierendes Fasten, das merkt man deutlich an seiner Antwort auf eine entsprechende Frage zum 10in2. Er hält das für falsch, weil er meint, der Körper würde dann quasi sofort in den Hungermodus schalten. Ganz offenbar weiß er nicht, wovon er spricht, sondern hat sich die Antwort schnell so zusammengewurschtelt.

Neuere Erkenntnisse der letzten Jahre beweisen, dass er da Blödsinn redet, und er hätte lieber seinen Mund halten sollen, wenn er nichts darüber weiß. Genauso, als die Frage zum Dinner Canceling kommt, die ja in dieselbe Richtung zielt. Offenbar ist er jemand, der gern dreimal am Tag isst, zudem ist er ein von Natur aus Schlanker, der nie zu Übergewicht geneigt hat. Aber niemand sollte seine eigenen Vorlieben und genetischen Privilegien als Grundlage für die Beurteilung der Situation anderer nehmen und meinen, er könnte von sich auf andere schließen. Wenn er dreimal am Tag essen muss oder will, soll er das tun, das will ich ihm gar nicht nehmen, aber das gilt nicht für jeden.

Und zu behaupten, unser Körper wäre so gebaut, dass man alle vier oder fünf Stunden etwas essen müsste, ist natürlich widersinnig. Wann in der Menschheitsgeschichte wäre es je der Fall gewesen, dass man so hätte überleben können? Eine so regelmäßige Versorgung mit Nahrung gibt es erst seit extrem kurzer Zeit. Selbst wenn man diese Zeit auf ein paar hundert Jahre ansetzen würde, wäre das nur ein Wimpernschlag in der Geschichte der Menschheit, die keinen Einfluss auf unseren Bauplan nehmen konnte.

Also ganz klar: Niemand muss dreimal am Tag essen, zweimal oder einmal am Tag reichen auch, wenn man damit zufrieden ist. Und wenn man einen Tag fastet und einen Tag isst, immer im Wechsel, verbessert man seine Gesundheit. Selbst bei der Variante 5:2 erreicht man diese gesundheitlichen Vorteile noch und nimmt auf ein gesundes Gewicht ab. Das muss nicht das rein rechnerische Idealgewicht sein, da stimme ich Dr. Everke zu. Für einen natürlich rundlichen Menschen wird das Gewicht, das er damit erreicht, vielleicht nicht gerade bei einem BMI von 18 liegen. Aber das ist auch nicht nötig.

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 6

Ja, das ist das Interessante. Eine permanente, gleichmäßige Kalorienreduktion in einem Bereich, wie sie Diäten empfehlen, führt zu weniger Verbrauch. Das bedingt dann nach Ende der Diät den JoJo-Effekt. Unvermeidlich, scheint es.

Das Fasten – selbst das mit 500 Kalorien am Tag, was man logischerweise auch als nichts anderes als eine Kalorienreduktion bezeichnen könnte – funktioniert jedoch anders.

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 5

Die The-Biggest-Loser-Diät fährt – wie alle Diäten – den Verbrauch herunter. Der arme Mann, der früher einmal 3500 Kalorien essen konnte, ohne zuzunehmen, isst jetzt viel weniger, sagen wir mal 2000 Kalorien (was noch unter dem normalen Bedarf eines Mannes liegt) – und nimmt zu.

Er hat sich also wochenlang, monatelang ganz umsonst gequält. Der kurzfristige Erfolg der Gewichtsabnahme wird sich nicht lange halten. Vielen wohlbekannt.

Abgenommen haben wir alle – ganz egal, mit welcher Methode –, aber das Gewicht gehalten?

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 4

Und damit kommen auch die Krankheiten. Diabetes ist überall dort, wo die Menschen sich natürlich ernähren, unbekannt. Zumindest der am meisten verbreitete Wohlstandsdiabetes. Der angeborene Diabetes betrifft nur einen sehr geringen Teil der Bevölkerung, und er führt zum schnellen Tod, wenn er nicht behandelt wird. Die Menschen verhungern, weil ihnen das lebenswichtige Insulin fehlt. Selbst wenn man sie mit Tausenden von Kalorien täglich füttern würde, wären sie dem Tode geweiht, denn ihr Körper kann diese vielen Kalorien nicht verwerten.

Ein Zustand, den sich viele Übergewichtige wahrscheinlich wünschen würden. Bis auf die unausweichliche Folge des Sterbens natürlich. Aber ein Körper, der Kalorien nicht verwerten kann, egal, wie viel man isst? Wäre das nicht ein Traum für viele? Sich von morgens bis abends vollstopfen und trotzdem nicht zunehmen?

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 3

Dieses Modell enthält einen grundsätzlichen Denkfehler. Es geht davon aus, dass die Kalorien, die wir verbrennen, genauso unveränderlich sind wie die Kalorien, die wir zu uns nehmen. Viele von uns haben während unserer Diäten schon empirisch nachgewiesen, dass das so nicht funktioniert. Denn dieses Modell setzt voraus, dass der Energieverbrauch – ohne Sport – immer gleich bleibt. (Aber auch Sport ändert nicht viel daran, wie schon mehrfach wiederholt. Wir sind richtige Energiesparwunder, was das betrifft.)

Wäre das – ein immer gleicher hoher Energieverbrauch in Ruhe – in den Zehntausenden von Jahren der menschlichen Entwicklung sinnvoll gewesen?

Wohl nicht. Unsere Vorfahren hatten den Luxus von Supermärkten nicht, und sie hatten auch nicht den Luxus eines so geregelten Lebens – zudem noch mit Fernseher und Kühlschrank. Sie mussten sehr oft mit Nahrungsengpässen klarkommen, bekamen also unter Umständen weniger Nahrung, als sie verbrauchten. Und das über längere Zeit.

Wenn nun der Verbrauch immer gleich geblieben wäre während solcher Perioden, was wäre dann passiert?

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 2

Natürlich wäre es das nicht.

Die Gewichtsverluste in der Sendung sind nur Augenwischerei und dienen vor allem dazu, dass Übergewichtige sich noch schlechter fühlen, als sie es ohnehin schon tun, und dass sie dementsprechend mehr nach Diäten (und Diätmittelchen) streben.

Diäten und entsprechende Produkte, die natürlich nicht kostenlos sind. Das wäre ja nicht einträglich, und wären Diäten umsonst, gäbe es die Sendung möglicherweise gar nicht, denn sie ist in erster Linie ein Vehikel für Werbung. Bezahlte Werbung, die dem Sender viel einbringt. Übergewichtige werden wie Freaks vorgeführt, damit sich andere daran dumm und dusselig verdienen können.

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Warum »The Biggest Loser« nicht funktioniert, Teil 1

Viele Abnehmwillige sind geradezu süchtig nach dieser Sendung. Wenn man mal so durch Abnehmforen surft, findet man immer wieder die Bemerkung: „So, und jetzt muss ich BL gucken.“ Anscheinend sind viele sogar stolz darauf, dass sie diese Sendung verfolgen. Als ob die Kandidaten für sie abnehmen würden.

Oder ist es eher Schadenfreude? Die sind so dick, dagegen bin ich ja noch schlank? Oder Wenn die abnehmen können, dann kann ich das auch? Ist es eine Motivation für das eigene Abnehmen, wenn man sieht, dass extrem dicke Leute dort tatsächlich dünner werden?

Was auch immer es ist, das Leute so an dieser Sendung fasziniert, eins ist auch klar: Die wenigsten Kandidaten werden das verlorene Gewicht lange genießen können. Bis auf Ausnahmen werden die meisten alles wieder zunehmen – und mehr. Wie bei jeder Diät.

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