Das ist eine sehr interessante Frage, finde ich, denn Essen gehört zu unserem täglichen Leben. Warum also ganz darauf verzichten?

Aber gehört Essen wirklich zu unserem täglichen Leben? Seit relativ kurzer Zeit für die meisten Menschen auf der Welt ja. Aber was war in den 1.000, 10.000, 50.000 Jahren davor? Konnten da alle immer regelmäßig drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen? Die Antwort liegt auf der Hand: Nein.

Was ist also richtig: regelmäßig zu essen, vielleicht zwischendurch auch noch zu snacken, wie es für uns so selbstverständlich ist? Oder eher unregelmäßig zu essen, manchmal auch gar nicht, sogar über längere Zeiträume, weil wir nur essen können, wenn auch etwas zum Essen zur Verfügung steht, wenn wir etwas geerntet oder erjagt haben? Auch da liegt die Antwort auf der Hand: Die zweite Variante.

Natürliches Essverhalten richtet sich danach, ob überhaupt etwas zu essen da ist. Und man muss für sein Essen arbeiten, auf dem Feld Obst und Gemüse anbauen, das dann ernten oder Tiere jagen (und töten!), um sie essen zu können. Unser Essverhalten heutzutage ist also grundsätzlich unnatürlich, denn wir können jederzeit einkaufen gehen und das, was wir essen wollen, auch noch aus einer großen Vielfalt aussuchen, die nicht aus unserer Region stammt oder in dieser Jahreszeit normalerweise gar nicht verfügbar wäre, Orangen zum Beispiel, die in Deutschland gar nicht wachsen, und die dann auch noch im Winter, wenn es in Deutschland eigentlich nur Kohl und Kartoffeln geben sollte. Früher war das auch so. Im Winter gab es Kohlgerichte, Kartoffeln (die man im Herbst eingekellert hatte und die bis zum Frühjahr halten mussten) und vielleicht eingemachte Früchte im Glas aus dem Sommer. Auch Gemüse konnte man auf diese Art haltbar machen. Aber frisches Obst und Gemüse gab es im Winter nicht, erst wieder, wenn die Natur erwachte, wenn dann im Frühling und Sommer etwas wuchs.

Zu einem natürlichen Essverhalten gehört es also, dass man sich den Jahreszeiten entsprechend einschränken muss. Ganz früher bedeutete das, dass man im Winter praktisch gar nichts zu essen bekam. Oder nur sehr selten, wenn man vielleicht Wurzeln ausgraben oder ein Tier erlegen konnte, das ebenfalls hungerte und deshalb genau dasselbe tat, nämlich unter Eis und Schnee oder einem kargen, trockenen Boden noch nach Wurzeln und Samen suchen, die ein paar Kalorien lieferten, um den Winter zu überstehen. Ganz schlaue Tiere fraßen sich im Sommer einen Fettvorrat an und hielten dann Winterschlaf, um möglichst wenig zu verbrauchen und erst im Frühling wieder zu erwachen, wenn es wieder etwas zu fressen gab.

Zu diesen schlauen Tieren haben wir leider nie gehört. Wir Menschen sind anscheinend ziemlich dumm ? und meinen, im Winter genauso leben zu müssen wie im Sommer. Wenn man im Sommer aus dem Vollen schöpfen kann, warum nicht dann im Winter auch? Wir leben nicht mehr in Höhlen mit umgehängten Bärenfellen, die uns leidlich vor der Kälte schützen, sondern wir leben in Häusern mit Heizung und Licht – und einer Küche. Und einem Supermarkt um die Ecke, in dem auch im Winter kein Mangel herrscht. Das ist Zivilisation.

Aber warum gibt es dann das Wort »Zivilisationskrankheiten«, doch nicht das Wort »Zivilisationsgesundheit«? Müsste es nicht eigentlich so sein, dass dieses zivilisierte Leben zu einer strahlenden Gesundheit für uns alle führt? Dass Krankheiten, wie sie früher durch Entbehrung und fehlende Hygiene entstanden und durch medizinisches Unwissen und fehlende Möglichkeiten zur Behandlung oft zum Tod führten, ausgerottet sind und wir damit von der Geburt bis zu unserer letzten Stunde fit und gesund leben müssten?

Ja, müsste, aber wie wir alle wissen, ist das nicht so. Es könnte so sein, wenn wir uns weiterhin so verhielten, wie sich unsere Vorfahren verhalten haben – notgedrungen, weil sie mussten, nicht weil sie schlauer waren als wir oder mehr über ein gesundes Leben wussten –, und uns in Zeiten des Überflusses der Völlerei hingeben, dann aber auch wieder fasten würden, weil der Sommer eben vorbei ist und nichts mehr wächst.

Unser Problem ist: Die Zeiten des Überflusses sind nie vorbei, denn der Supermarkt ist immer gut gefüllt.

Normalerweise sollten wir unseren Esskonsum ab dem Herbst herunterfahren, immer weniger essen, im Winter dann so gut wie gar nichts oder tatsächlich gar nichts essen und auf den Frühling warten. Die meisten Menschen, denen man das vorschlagen würde, wären wohl ziemlich entsetzt. An Weihnachten nichts essen? Ausgerechnet dann?

Ja, das wäre das Beste. Und es gibt tatsächlich auch Leute, die das tun. Die genau zu dieser Zeit fasten. Wenige allerdings nur, wie man sich denken kann. Was jedoch durchaus verbreitet ist, ist, dann am Anfang des Jahres zu fasten, um den Weihnachtsspeck wieder loszuwerden. Das wäre also genau diese Zeit jetzt: Januar.

Oftmals gehört das wahrscheinlich zu den guten Vorsätzen, die sich Anfang des Jahres häufen, dann kurz einmal durchgeführt werden (zu Anfang jeden Jahres stöhnen die Leute, die regelmäßig in einem Fitness-Studio trainieren, unter dem Ansturm der Neuzugänge, die dann auf einmal ins Fitness-Studio stürmen), aber das verläuft sich bei den meisten schnell. Schon Ende Januar sind die Fitness-Studios wieder leer beziehungsweise nur von den Menschen bevölkert, die ohnehin immer dort sind.

Fasten ist jedoch etwas anderes als Sport. Wesentlich angenehmer ?, denn man macht es nur kurze Zeit, muss sich nicht das ganze Jahr damit quälen. Und es ist etwas sehr Natürliches, etwas, das in unseren Genen angelegt ist. Deshalb stellt sich unser Körper auch schnell darauf ein, und man hat keinen Hunger mehr, kein Bedürfnis zu essen. Nach einer Weile möchte man oftmals gar nicht mehr damit aufhören, wenn man einmal angefangen hat. Ehrlich gesagt geht mir das bei Sport nicht so. ? Ich muss mich immer wieder dazu überwinden, obwohl es mir guttut und ich es auch aus gesundheitlichen Gründen nicht vernachlässigen darf.

Auch zum Fasten muss man sich vielleicht erst einmal überwinden, denn für manche ist die Aussicht, gar nichts mehr zu essen, doch sehr erschreckend. Obwohl wir oft einiges an zusätzlichen Pölsterchen mit uns herumtragen, die uns sagen sollten, dass wir wohl nicht so schnell verhungern werden, sind wir so daran gewöhnt, regelmäßig zu essen, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass wir ohne das überleben können. Aber das können wir, und sogar sehr gut.

Jeder normal ernährte Mensch kann mehrere Tage fasten, ohne dass das an die Substanz geht. Auch mehrere Wochen sind kein Problem. Ich habe einmal vier Wochen am Stück und einmal fünf Wochen am Stück gefastet und lebe immer noch. ? Ohne Essen kann man wirklich sehr lange auskommen, das ist seit Urzeiten in uns einprogrammiert.

Flüssigkeit jedoch brauchen wir, darauf können wir nicht so leicht verzichten. Während des Fastens trinken wir deshalb sehr viel, mehr als die meisten Leute wahrscheinlich üblicherweise trinken. Und unter Trinken verstehen wir keinen Alkohol. ? Das, was unser Körper tatsächlich braucht, ist Wasser. Wenn man sich darauf beschränken kann, nur Wasser zu trinken, reicht das völlig aus, aber da wir ja alle verwöhnte Zivilisationskinder sind, möchten wir das nur ungern, deshalb ergänzen wir das mit Tee in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich trinke jetzt im Moment zum Beispiel gerade einen Ingwer-Zitronen-Tee, dem ich noch ein wenig frische Zitrone, die ich gerade ausgepresst habe, hinzugefügt habe.

Gestern habe ich Waldfrucht-Tee getrunken, auch einen sogenannten Fastentee, den es in vielerlei Varianten gibt, und den eigenen Vorlieben sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt fruchtige Tees, es gibt Kräutertees, es gibt so viele verschiedene Tees, dass ich sie hier gar nicht aufzählen kann. Gestern habe ich ungefähr 2,5 Liter Tee getrunken, dazu ungefähr 1 Liter Wasser und dazu noch einen Viertelliter Gemüsebrühe (nur die klare Brühe natürlich, kein Gemüse) und einen Viertelliter Saft (Apfel-Karotte), auch frisch mit dem Entsafter ausgepresst.

Es gibt jedoch auch fertige Bio-Säfte, sowohl aus Obst als auch aus Gemüse, die man einfach kaufen kann. Frisch schmeckt natürlich immer besser, aber wenn man beispielsweise keine Zeit dafür hat, alles frisch auszupressen, gibt es mittlerweile sehr gute Säfte in sehr guter Qualität zu kaufen. Wobei man immer darauf achten sollte, dass sie keinen Zuckerzusatz enthalten und keine überflüssigen Konservierungsstoffe, also möglichst naturbelassen sind, was bei Bio aber der Fall ist.

Ich bin nun bereits an meinem 4. Fastentag, ich habe am Donnerstag angefangen, und heute ist Sonntag. Die ersten 3 Tage waren wie üblich etwas anstrengend, weshalb auch empfohlen wird, das Fasten nicht mitten in der Woche zu beginnen, sondern zum Beispiel am Wochenende, sodass man dann am Anfang der Woche durch diese Umstellungszeit durch ist. Genau das war mein Ziel, und heute, am Sonntag, habe ich es auch erreicht.

Während ich die letzten drei Tage doch ziemlich mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte (vor allem durch Kaffeeentzug, da ich üblicherweise doch sehr viel Kaffee trinke), sind die heute verschwunden, und es geht mir sehr gut. Schon während der letzten drei Tage hatte ich praktisch keinen Hunger, weil ich immer sofort Tee getrunken habe, wenn ein leichtes Hungergefühl aufkam, mittags dann die Brühe gelöffelt habe und abends den im Verhältnis 1 zu 2 verdünnten Saft, das bedeutet ein Teil Saft und zwei Teile Wasser. Unverdünnte Säfte sind während des Fastens oft zu stark, bei Obstsäften können sie auch das Hungergefühl hervorrufen, das normalerweise nicht vorhanden ist.

Ich richte mich beim Fasten immer nach dem Buch Wie neugeboren durch Fasten von Dr. Hellmut Lützner, mit dem ich schon vor – jetzt muss ich wirklich nachrechnen ? – über fünfunddreißig Jahren das erste Mal in das Fasten eingestiegen bin. Ich bin der Meinung, dieses Buch enthält alles an Informationen, was man für eine Fastenwoche braucht. Wenn man länger fasten will, braucht man einfach nur dieselben Informationen, es ändert sich nichts.

Damals war ich noch sehr jung und habe tatsächlich nur gefastet, weil ich abnehmen wollte. Das ist aber – obwohl es leider immer noch oft so missverstanden wird – absolut nicht das oberste Ziel des Fastens, es ist nur ein Nebeneffekt. Logischerweise nimmt man ab, wenn man nichts isst.

Dieses Mal faste ich jedoch vor allen Dingen aus gesundheitlichen Gründen. Ich habe Arthrose in den Knien, zu hohen Blutdruck und auch sonst noch einige Wehwehchen, die im Alter natürlich zunehmen. Meine Arthrose konnte ich mit meinem regelmäßigen Training schon recht gut in den Griff bekommen, ich habe keine Schmerzen mehr, obwohl ich vor etlichen Jahren kaum mehr laufen konnte, aber das Fasten soll nun zu einer endgültigen Heilung beitragen. Viele Ärzte und Ärztinnen behaupten, Arthrose sei nicht heilbar, aber das ist mittlerweile schon sehr oft widerlegt worden. Sowohl Training als auch Fasten können die Arthrose verschwinden lassen.

Vermutlich ist das wie bei vielen Behandlungen nicht bei allen Menschen möglich, aber eine Verbesserung tritt auf jeden Fall ein. Mein Orthopäde hat mir schon vor fast zehn Jahren prophezeit, ich hätte jetzt – im Jahr 2019 – schon längst künstliche Knie, weil meine Knie damals in einem wirklich sehr schlechten Zustand waren. Auf dem Röntgenbild sah das aus wie eine einzige Kraterlandschaft. Ich hatte Schmerzen, konnte kaum laufen wie gesagt, konnte mich mit dieser Zukunftsvision aber auch nicht abfinden, obwohl ich gern eine schnelle Lösung für mein Problem gehabt hätte wie wohl jeder, der von so etwas betroffen ist.

Als ich meinen Orthopäden dann fragte, ob ich nicht mit regelmäßigem Training etwas verbessern könnte, meinte er ganz trocken, wenn ich das gern machen würde, könnte ich das gern tun, es würde aber nichts bringen. Das war eine eindeutige Fehlinformation, wie ich heute weiß. Und ich glaube, mein Orthopäde ist nicht der einzige, der diese Fehlinformation immer noch an seine Patienten weitergibt.

Ich wollte das nicht glauben und begann zu trainieren. Kein heftiges Training, das hätte ich damals gar nicht gekonnt, weil ich völlig untrainiert war und auch weil ich Schmerzen hatte, aber ein Training, das von sehr leichten Übungen immer mehr aufbaute. Die beste Übung für kaputte Knie sind Kniebeugen. Am Anfang konnte ich das kaum, es ging vielleicht nur ein paar Zentimeter hinunter, und das auch nur, wenn ich mich festhielt. Mittlerweile kann ich völlig frei in eine tiefe Kniebeuge gehen und auch wieder hochkommen, ohne mich festzuhalten, ohne mich hochzuziehen, aus der eigenen Kraft meiner Knie heraus und ohne Schmerzen. Ich kann sogar laufen, joggen, wenn ich das möchte. Das tue ich aber nicht, weil das doch eine sehr große Belastung für die Knie ist. Nordic Walking tut es auch. ?

Mein Arzt hat mir damals also wirklich Unsinn erzählt. Er hat das wahrscheinlich so in seiner Ausbildung gelernt, aber er hat nie überprüft, ob das tatsächlich stimmt. Er meinte einfach, hin ist hin. Wenn die Knie kaputt sind, macht er eben künstliche Knie rein, und die Sache ist erledigt. Allerdings nicht für immer, höchstens für 15 Jahre, dann müssen die künstlichen Knie ausgetauscht werden. Schöne Aussichten. Wenn ich ihm allerdings etwas darüber erzählt hätte, dass auch Fasten den Knien helfen kann, hätte er mich wahrscheinlich für verrückt erklärt. Wenn er schon meint, dass Training nichts hilft . . . 

Doch es hat geholfen, und eigentlich könnte ich mit dem Zustand meiner Knie jetzt also ganz zufrieden sein, aber ich möchte noch etwas Zusätzliches tun, um diesen Zustand zu erhalten oder vielleicht sogar zu verbessern, deshalb möchte ich jetzt den Autophagie-Effekt des Fastens nutzen, bei dem alte, nutzlose Zellen entsorgt werden, denn ich nehme an, dass es noch viele solche Zellen, die längst abgestorben sind, in meinen Knien gibt. Es kann nur gut sein, die loszuwerden. ? Und nicht nur in meinen Knien, sondern auch im Rest meines Körpers. Das Fasten trägt dazu bei, dass da richtig aufgeräumt wird. Dadurch bleiben nur gesunde Zellen übrig, was zur allgemeinen Gesundheit beiträgt, zu einem besseren Immunsystem, zu einer besseren Darmfunktion, zu normalem Blutdruck, zu niedrigeren Zuckerwerten, zu einem längeren gesunden Leben und was es da sonst noch so alles gibt. Auch eine schönere Haut gibt es nach dem Fasten zur Belohnung, denn auch dort werden alte Zellen abgestoßen.

Der Kreativität soll das Fasten auch auf die Sprünge helfen, und da sage ich nie Nein. ? Wenn man an einer organisierten Fastenzeit teilnimmt, entweder in einer Klinik wie der Buchinger-Klinik am Bodensee oder irgendwo in einem der vielen Hotels, Landhäuser oder sonstigen Angebote, die es mittlerweile für das Fasten mit Begleitung gibt, wird dort sehr oft Malen oder Töpfern oder so etwas für die Kreativität angeboten, merkwürdigerweise nie Schreiben. Wahrscheinlich weil es einfacher ist, Malen oder Töpfern zu lernen als Schreiben. ? Aber es wundert mich doch ein bisschen, denn für mich ist das natürlich die erste Wahl, wenn ich meine Kreativität ausleben möchte.

Was bei diesen Angeboten, in einer Gruppe zu fasten, entweder in einer Klinik oder bei einem der Landhaus-Anbieter, jedoch sehr schön ist, ist das Angebot von Massagen, Kneippbehandlungen, Qi Gong oder sonstigen Möglichkeiten, sich leicht sportlich zu betätigen, auch Spazierengehen gehört dazu, und sich damit eine richtige Auszeit zu gönnen. Dort wird man dann natürlich auch mit allem versorgt, was man braucht, wie zum Beispiel dem Fastensüppchen oder den frisch ausgepressten Säften. Man muss sich um nichts kümmern und kann sich ganz entspannen, sich nur auf sich selbst konzentrieren.

Ich faste allein, nicht in einer Klinik oder einem Hotel oder Landhaus, und das geht auch sehr gut. So ein Buch wie Wie neugeboren durch Fasten würde ich jedoch für alle empfehlen, die das erste Mal fasten, denn Fasten ist nicht einfach nur nichts essen, es gehören noch einige andere Dinge dazu, die man beachten muss. Nicht viel, aber wichtig.

Sehr wichtig ist auch das Fastenbrechen, also wenn man mit dem Fasten aufhört und dann wieder zu essen anfängt. Da sollte man auf keinen Fall sofort wieder so essen, wie es vorher für einen normal war. Und dazu gibt es sehr gute Anleitungen in dem Buch. Man beginnt am ersten Morgen nach dem Fasten mit einem halben gedünsteten Apfel. Das macht einen dann schon sehr satt, weil man ja lange Zeit nichts gegessen hat, und es löst wahre Geschmacksexplosionen auf der Zunge aus, die man sich vorher bei einem einfachen Apfel niemals hätte vorstellen können. Das ist ein überwältigendes Erlebnis, das mich beim ersten Mal fast erschlagen hat. ? Mittlerweile weiß ich es natürlich schon und kann mich deshalb die ganze Fastenzeit darauf freuen.

Im Buch gibt es einige Rezepte für die erste Zeit nach dem Fasten, damit man seinen Magen und seinen Stoffwechsel nicht überlastet, das alles langsam wieder in Gang kommt, und da man vielleicht wochenlang weder Zucker noch Salz zu sich genommen hat, muss man auch lernen, dass man mit weniger auskommt. Denn wenn man dieselben Mengen verwendet wie vorher, findet man das widerlich und kann das fast nicht mehr essen. Es schmeckt viel zu süß oder zu salzig.

Fasten ist also immer auch ein guter Einstieg in eine gesündere Ernährung. Auch da möchte ich jetzt wieder hin, denn im letzten Jahr war ich so viel krank, dass ich mich oft nicht so gut um meine Ernährung kümmern konnte, weil ich zu schwach dazu war. Ich habe dann einfach gegessen, was schnell ging – das kennen sicher viele –, und das hat mir nicht besonders gutgetan. Ich habe auch ein paar Kilo zugenommen dadurch. Die werden jetzt ganz nebenbei mit dem Fasten verschwinden, aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass das niemals das erste Ziel beim Fasten sein sollte. Die eigene Gesundheit ist das Ziel.

Vielleicht werde ich während der nächsten Zeit noch weiter über meine Fastenerfahrungen berichten. Das weiß ich aber noch nicht genau, denn während des Fastens sollte man nur das tun, was man auch wirklich tun will und wozu man Lust hat. Und eine große Tagebuchschreiberin bin ich noch nie gewesen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass vielleicht einige etwas aus diesem Blogbeitrag ziehen können und sich vielleicht auch dazu entschließen, einmal aus gesundheitlichen Gründen zu fasten wie ich. Das kann niemals falsch sein.

Nun muss ich meinen Tee auffüllen, damit ich heute genug trinke. Und auch meine Gemüsebrühe steht dann zum Mittag an. Darauf freue ich mich, als wäre es ein Fünf-Gänge-Menü. ?

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